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Pegnitz

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Stadt Pegnitz

Pegnitz (mundartlich Begnatz) ist eine Stadt in Oberfranken mit rund 14.000 Einwohnern, ca. 50 km nordöstlich von Nürnberg gelegen. Die Stadt fällt noch in den süd­lichen Randbereich der Fränkischen Schweiz. Der Name Pegnitz bezeichnet sowohl die Stadt als auch den Fluss.

Kleine Stadtgeschichte / Kurzer historischer Abriss

1119erstmals urkundlich erwähnt
1293Name "Begniz" überliefert und ab 1329 der heutige Name.
1347–1355 gründeten die Landgrafen von Leuchtenberg im Schutz einer Burg die Planstadt Pegnitz neu.
1355Verleihung des Stadtrechts durch Kaiser Karl IV..
1357Verkauf an Karl IV., der die Stadt dem Königreich Böhmen einverleibte.
1402Wenzel, der Sohn Kaiser Karls IV., verpfändet die Stadt an Johann III., den hohenzollernschen Burggrafen von Nürnberg.
1500Stadt im Fränkischen Reichskreis.
1918Eisenerz-Zeche Kleiner Johannes wird eröffnet (geschlossen 1967). Industriedenkmal.

Sehenswürdigkeiten


Historisches Rathaus

Errichtet um 1347. Im Landshuter Erbfolge­krieg 1504 zerstört, um 1540 wieder auf­gebaut. Im dreißig­jährigen Krieg ver­fallen. 1708 erneuert, 1867 Innen­umbau, 1929 Renovierung und Fachwerkfreilegung.
Mit der Errichtung des neuen Rathauses fielen dem historischen Alt­bau unter­schiedlichste Weiterverwen­dungen zu: Verkaufs­halle für Brot- und Fleisch­waren, Tanz­boden, Gefängnis, das sog. Narren­häuslein, Unter­bringung der Feuer­lösch­geräte, Postamt und gewerbl. Nutzung.
Heute sind im alten Rathaus das Einwohner­melde- und das Pass­amt, der Sitzungs­saal und das Trauungs­zim­mer unter­gebracht.
Das Stadtwappen am Rathaus zeigt den branden­burgischen roten Adler und das schwarz-weiß geteilte Rech­teck der Hohen­zollern. Damit weist es auf die früheren landes­herrlichen Besitz­verhältnisse hin. Der goldene Fisch über silbernen Wellen symbolisiert den Fisch­fang vergangener Zeiten.




Errichtet um 1450. Heute Gasthaus.
Ihren Namen hat die Mühle vom ersten Besitzer Hans Zauß, der sie um 1450 errichtet hat. Im dreißig­jährigen Krieg zerstört wurde sie 1710 von Hans Denner­lein wieder auf­gebaut. Letzter Mühlen­besitzer war der Rotgerber Johann Jakob Wagner, der sie kurz vor seinem Tod der Stadt vererbte. 1976 wurde sie renoviert und ver­pachtet. Heute beherbergt die Zaußen­mühle ein gemütliches Gast­haus.

Zaußenmühle




Pegnitzquelle

Die Pegnitz entspringt hinter der Zaußenmühle. Die Quelle ist eine für die Fränkische Schweiz typische Karst­quelle. Noch um die Jahr­hundert­wende war die Schüt­tung so stark, dass die Mühle damit be­trieben werden konnte.




Errichtet um 1347.
1347/57 erbaut unter den Landgrafen von Leuchtenberg
1422 historisch erwähnt
1571–1573 Errichtung eines Neubaus (Kaspar Vischer)
1717 Errichtung eines schlichten Neubaus
1869 Durchführung von Aus-/Umbauten
Nutzung als Stadtkrankenhaus, später Stadtbücherei. 2010 erneute umfassende Sanierung und Umbauten. Nutzung für Veranstaltungen, Tagungen und Konzerte.

Altenstädter Schloß




Schloßberg mit Aussichtsturm

Das "Wahrzeichen" der Stadt liegt 543 m hoch auf dem Schlossberg.
Auf der Höhe stand einst die Burg Böheimstein, die 1553 im Zweiter Mark­grafen­krieg (1552-1554) von den Nürnbergern zerstört wurde. Nur der Burg­graben, der in weitem Bogen um das Plateau herumführt, ist noch erkennbar. 97 Stufen führen auf den Turm hinauf - eine lächerliche Beinübung, nach dem steilen Auf­stieg. Als Belohnung erwartet uns ein herrlicher Rund­umblick auf die Stadt, die fränkische Alb und die nörd­liche Ober­pfalz. Errichtet wurde der Turm bereits 1923.




Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus (erbaut 1900)

Stadtkirche St. Bartholomäus (mit Jakobskapelle auf der Empore, Schlüssel im Pfarramt).
Die Bartholomäuskirche hat 1000 Sitzplätze. Altar und Kanzel stammen noch aus der alten, 1899 ab­ge­ris­senen Kirche.







Schweinehirtendenkmal

Wurde 1972 auf dem ehemaligen Schweinemarkt in Pegnitz errichtet.







Stollen Erwein

Industriedenkmal
1908 nahm die Eisensteinzeche „Kleiner Johannes“ ihren Betrieb auf. Die geringe Ausbeute führte immer wieder zu Schließungen und Wiederaufnahmen des Bergbaues in Pegnitz. Im Dezember 1967 wurde die Zeche entgültig stillgelegt. Heute kann man noch den Stollenmund „Erwein“ auf dem heutigen Bauhofgelände frei besichtigen.




Kulinarisches, Spezialitäten & Kulinarische Spezialitäten:

Fränkischer Bratwurstgipfel
Seit 2011 messen sich Metzger aus Ober-, Mittel- und Unterfranken beim fränkischen Bratwurstgipfel in den Kategorien "Klassische Bratwürste" und "Kreativbratwürste".

Starkbierzeit "Flinderer"
Diese Bierspezialität wird nur zwischen April und Mitte Juni im wöchentlichen Wechsel in verschiedenen Gaststätten ausgeschenkt.
1728 wurde in Pegnitz die Übereinkunft getroffen und 1852 genauer definiert, dass während der Sommermonate die Berechtigung zum Bierausschank von Woche zu Woche wechselt. Dieser Wechsel wurde Flinderer genannt. Von Dienstag nach Ostern bis Juni wird auch heute noch dieser Brauch aufrechterhalten. Die genauen Termine findet man auf der Homepage der Stadt.
Die Brotzeiten zum Flinderer-Starkbier sind fränkisch deftig. Bratwurst, saure Zipfel (Bratwurst im sauren Zwiebelsud gekocht), Pressack, Tellersülze, Krenfleisch, Blut- und Leberwurst und natürlich Schweinebraten mit Klößen.





Die Fränkische Schweiz - Namensgebung ...Info ausblenden

Die Fränkische Schweiz - Namensgebung ...


Früher hieß die Gegend „Muggendorfer Gebürg“.
Die ersten Reisenden kamen zur Zeit der Romantik. Als „Entdecker“ gelten die beiden aus Berlin stammenden Studenten Ludwig Tieck und Wilhelm Heinrich Wackenroder, die in Erlangen Jura studierten. Mit ihrem Bericht aus dem Jahr 1793 begeisterten sie ihre Zeitgenossen.
Die Formulierung „Fränkische Schweiz“ taucht erstmals im Reisebericht des Erlanger Gelehrten Johann Christian Fick auf.
Als eigenständige Landschaftsbezeichnung etablierte sie sich mit dem Buch "Die kleine Schweiz" (1820) von Jakob Reiselsberger aus Waischenfeld beziehungsweise mit Joseph Hellers Buch "Muggendorf und seine Umgebung oder die Fränkische Schweiz" (1829).
Landschaften mit Bergen, Tälern und Felsen wurden im 19. Jahrhundert gerne als Schweiz bezeichnet.

Bald pilgerten vornehme Kurgäste zur Erholung nach Muggendorf.
Zu den Besuchern gehörten unter anderen Karl Immermann und Richard Wagner. Auch Ernst Moritz Arndt und Joseph Victor von Scheffel gerieten über diesen Landstrich ins Schwärmen und bezeichneten die Fränkische Schweiz als „Schlupfwinkel des deutschen Gemüts“.







Quellen:
Knauers Kulturführer Deutschland, Droemersche Verlagsanstalt, 1976.
Bayern I: Franken, Breuer, Tilmann, Georg Dehio - Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, München, 1999.
Unsere bayerische Heimat, Ein Reisebegleiter, Verlag Alfred Beron, München, 1974/75.
Deutschland, Sonderausgabe für Tandem Verlag, Potsdam, 2016.
dtv Brockhaus Lexikon in 20 Bänden, Verlag F. A. Brockhaus, Mannheim, 1989.
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Internetquellen, u.a. www.wikipedia.de.


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Pilgerwege

Oberfränkischer Jakobsweg
Hofer Jakobsweg
Hof - Bayreuth - Nürnberg

Die Burg Pegnitz

Der Burgstall Böheimstein wurde vermutlich erst im Spätmittelalter von den Landgrafen von Leuchten­berg errichtet. Mit dem Tod von Konrad II. von Schlüsselberg war das Geschlecht der Schlüssel­berger aus­gestorben und so fiel die Ortschaft Pegnitz im Jahre 1347 dem Land­grafen zu. Die Schlüssel­berger bauten in den Jahren ihrer Herr­schaft bis 1357 Pegnitz weiter aus und errichteten dabei auch die Burg. Dies läßt sich aus den Verkaufs­urkunden von 1357 erschließen, die eine Veste, also eine Burg, erwäh­nen. Käufer war niemand geringerer als Kaiser Karl IV. Er ließ die Burg verstärken und nutzte sie neben der Burg Hollenberg als Amts­sitz.

Nach dem Tode Kaiser Karls 1378 kam es unter anderem im Städte­krieg zu häufigen Besitzerwechseln der Burg, aus denen die Burggrafen von Nürnberg 1402 als neue Besitzer hervorgingen. 1417 wurden die Nürnberger auch zu den Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach. Die Hohenzollern richteten ebenfalls von 1405 bis 1553 auf der Burg einen Sitz des Amtes Böheimstein ein.
Im Städtekrieg, bei den Hussiten­einfällen, im Ersten Markgrafen­krieg, im Fürstenkrieg 1460 bis 1462 und im Bauern­krieg wurde immer nur die Stadt Pegnitz verwüstet. Die Burg Böheim­stein überstand all diese kriegerischen Auseinandersetzungen.

Das Ende der Burg kam im Zweiten Markgrafenkrieg, in dem Albrecht II. Alcibiades gegen die Reichsstadt Nürnberg zog. Die Nürnberger Truppen unter Haug von Parsberg belagerten die markgräfliche Burg am 26. Juni 1553 und schossen sie am nächsten Tag sturmreif. Tags darauf ergaben sich die Verteidiger und die Burg wurde ausgeplündert und verbrannt. Nach der Zerstörung der Burg Böheimstein wurde der Amtssitz in das Altenstädter Schloss in Pegnitz verlegt.

Das Karstwunder Wasserberg

In der verkarsteten Landschaft der Frän­kischen Schweiz finden sich allerlei wun­der­same Natur­gegeben­heiten und wenn sie Geologe sind, dann wird sie das "Karst­wun­der" u.U. in Verzückung ver­setzen. Als Pilger darf man den Wasserberg und das "Karstwunder" ruhig weglassen.
Worin besteht das Wunder? Wir haben zwei Bächlein, die Pegnitz und den Mühlbach, und einen Berg. Die Pegnitz umfließt ober­irdisch den Wasserberg im weiten Bogen in etwa 15 Minuten. Der Mühlbach dage­gen verliert am Nordhang des Berges einen Teil seines Wassers in Klüften des Kalkes und in einer stark zerklüfteten Höhle.

Die Fließge­schwindigkeit des „unter­ir­di­schen“ Mühlbachs bei gleichem Gefälle beträgt etwa 120 bis 180 Minuten. Bei Hochwasser lassen sich an der Hauptaus­tritts­stelle vier bis sechs weitere kleine Quellen gut beobachten.
Verschiedenste Universitäten unter­nehmen immer wieder geologische Exkursionen, um weitere Erkennt­nisse zu den karsthydro­geo­logischen Verhältnissen im Untergrund des Wasserberges zu erlangen. (Karsthydrogeologisch - ich finde das Wort so schön, deshalb mußte dieser Satz hier noch aufge­nommen werden.)
Ein abschließendes Ergebnis steht noch aus. Karstwunder - Wasser­berg­quell­grotte

Kleiner Kulm

Mit 626 m eine der höchsten Erheb­ungen der Fränkischen Schweiz. Er liegt zwischen den Ortsteilen Körbel­dorf und Büchenbach. Kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde hier der erste Aussichtsturm errichtet. Der Turm verfiel und wurde im Jahr 2000 durch einen Neuen ersetzt. Von hier hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Franken­wald, das Fichtel­gebirge und die Fränkische Schweiz.

Impressionen

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