Ausrüstung
"Das Leben ist eine Reise.
Nimm nicht zu viel Gepäck mit."
Ausrüstung
Heute wie damals erfordert die Pilgerreise eine bestimmte Ausrüstung. Was wohl über alle Jahrhunderte geblieben ist: die Ausrüstung sollte möglichst leicht und dem Gehen angepasst sein. Eine spannende Erkenntnis: der Verzicht auf Luxus wird beim Pilgern als befreiend, erleichternd erlebt.
Persönlich möchte ich dir den Tipp mitgeben nicht auf jeden zu hören und vor allem nicht dem Geschwätz von Verkäufern zu vertrauen! Ein 500€ Rucksack mag ultra-ultra-leicht sein. Leider ist er dann absolut nicht so strapazierfähig wie ein etwas schwereres - robuster gearbeitetes - Model. Strümpfe: Du läufst dir in 30€ Antiblasen-Jakobsmuschel-Strümpfen genauso Blasen, wie in Strümpfen für 2€, wenn du alles andere außer Acht läßt. Es gilt der Grundsatz, wer billig kauft, kauft doppelt.
Du und ich, wir sind keine Legionäre. Aber wir sollten uns daran erinnern, das ein römischer Legionär in der Lage war über Tage hinweg 32 km zu laufen, am Nachmittag ein gesichertes Feldlager zu errichten und sich weitgehend selbst zu versorgen. Seine Ausrüstung wog dabei rund 40 kg! Ich will damit sagen: härte deinen Körper vorher ab, trainiere. Wer auf den Jakobsweg geht ohne sich auch körperlich darauf vorzubereiten, der glaubt auch einen Marathon aus dem Stand laufen zu können.
Gesamtgewicht des Rucksacks: ca. 10 - 15 kg.
Der 45 bis 55 Liter fassende Rucksack sollte selbst nicht mehr als 1800 g auf die Waage bringen. Preis: ca. 80 - 220 Euro. Im Spätherbst gibt es viele
Preisreduzierungen in Fachgeschäften. Hier läßt sich zum Teil ordentlich sparen. Merke: Je leichter der Rucksack, desto höher sein Preis. Im Internet geistert immer wieder die Angabe von 10 kg
herum. Real gesehen ist das die Grundausrüstung. Hinzu kommen das Gewicht des Rucksacks und Wasser (je nach Etappe 1-4 Liter). Wer richtig fotografieren will, darf ruhig noch einmal 2,5 bis 3,0 kg
Kamera-Ausrüstung dazurechnen. Schnell wird es dann auch ein 60 Liter fassender Rucksack.
Ein immer wieder postulierter Grundsatz lautet: „Nimm nur das Wichtigste mit und davon nur die Hälfte.” Kleidung wird viel gewaschen ... Körperliche Fitness ist Trumph!
Regenausrüstung
In Deutschland und in der Schweiz, wie in Frankreich und in Nordspanien (camino francés und camino del norte) sind die Wetterbedingungen annähernd gleich. Wochenlang nur Sonnenschein mit wenigen bewölkten Tagen ist reines Wunschdenken. Regenjacke und -hose oder Regenponcho sind obligatorisch. Achten Sie auf die Bezeichnung „wasserdicht”. Meine Entscheidung fiel auf den Poncho, da ich hier sowohl den Rucksack als auch meine Kamera gleich mit geschützt habe. Er ist schnell an- und ausgezogen und man kann damit notfalls auch eine unschöne Matraze abdecken. Den Poncho gibt es auch als sogenannten "Kraxenponcho". Hier wird der Rucksack gleich mit abgedeckt. Genereller Nachteil: Die Wanderhose kann unten nass werden. Die Anschaffungskosten liegen hier ungefähr zwischen 40 und 80 Euro. Regenjacke und - hose sind meist etwas kostspieliger. In voller Ausrüstung mit Rucksack für 5 Minuten unter die Dusche, dann erlebst du was deine Anschaffungen wert sind.
Wanderschuhe und Fußpflege
Die Wahl der Schuhe führt über ein Fachgeschäft. Lassen dir unbedingt deine Füße ausmessen! Wichtig sind dabei nicht nur die Fußlänge, sondern auch die Fußbreite
im Vorderfuß- und Zehenbereich. Hast du breite Füße, dann muss der Schuh die Kennzeichnung (w) oder (wide) aufweisen. Die Bezeichnung "Comfort" ist meist zu wenig! Kaufe den
Schuh eine halbe bis eine Nummer größer, da sich Ihr Fuß bei längeren Wanderungen einfach etwas ausdehnt. Mit genügend Platz im Schuh vermeidest du Hautreibung und Druckstellen.
Dies wiederum reduziert die Gefahr der Blasenbildung. Preis: ca. 150 - 250 Euro. Tragen Sie bei der Anprobe unbedingt ihre Wanderstrümpfe. Gott kann auch nur da helfen, wo man sich
helfen läßt.
Der deutscher Naturheilkundler und katholischer Theologe Sebastian Kneipp (1821 - 1897) formulierte den Satz: "Der Schuh ist eine Fußverkümmerungsmaschine." Leiste dir also einen
orthopädisch passenden Schuh!
Nicht nur die Schuhe, auch die Füße pflegen! Kampferspray, Hirschtalg, Fußpuder nehmen die einen. "Nix" die anderen. Gründlich die Füße waschen und abends die Strümpfe wechseln – das ist jetzt das Minimum.
Wandersocken
Die besten Wandersocken helfen nicht, wenn der Schuh zu klein oder für die Fußform unpassend ist. Wasche die Socken vor dem ersten Tragen. Auch bei den Wandersocken gibt es viele akademische Betrachtungsweisen. Doppellagig, mit Angoraanteil, Fersenverstärkung usw.. Bezahlen Sie hier ihr Schulgeld und finden Sie Ihre individuellen Wandersocken. Meine Wandersocken habe ich in Größe 47-50 (bei Schuhgröße 46) gekauft, da ich sie hemmungslos in den Trockner werfe.
Wandersocken umdrehen und Innennaht begutachten - eigentlich soll gar keine vorhanden sein. Bei guten Wandersocken gibt es keine Wülste und abstehende Nähfäden. Tragen Sie sonst die Innenseite nach außen und vermeiden Sie dadurch die Blasenbildung.
Wanderstöcke oder Pilgerstab
Deine Wahl! Wanderstöcke kosten zwischen 7,99 €, wenn namhafte Discounter sie loshaben wollen, und 40 Euro. Vorteil: kostengünstig und leicht. Wanderstöcke geben beim Auf- und Abstieg sehr
guten Halt. Nachteil: Gerade bei steilen Abstiegen manchmal etwas zu kurz.
Ein Pilgerstab, im christlichen Kontext auch Jakobsstab genannt, ist ein brust- bis mannshoher Wanderstock. In seiner traditionellen Art hat er zwei kugelförmige Verdickungen und am Fuß eine Eisenspitze. Eine
Verdickung befindet sich am oberen Ende und dient der Balance, die zweite liegt etwa in Brusthöhe und dient als sogenannte "Handruhe". (vgl. Wikipedia: Pilgerstab)
Pilgerhut, Pilgertasche, Pilgermuschel und Pilgerstab dienen als sichtbare Zeichen einer Pilgerschaft.
Im Mittelalter wurde der Stab während des Pilgersegens überreicht. Im Liber Sancti Jakobi (dem Jakobsführer des 12. Jahrhunderts) wird er als „dritter Fuß” des Pilgers bezeichnet, der die Dreifaltigkeit
symbolisieren und dem Wallfahrer (auch spirituellen) Halt geben soll. Der Stab diente zudem als Abwehrwaffe gegen streunende Hunde und Wegelagerer. (vgl. Wikipedia: Pilgerstab)
Vorteil: Sicherer Halt auch bei sehr steilen Abstiegen. Effektiv bei der Hundeabwehr. Nachteil: Aufgrund der Länge manchmal doch etwas sperrig.
leichter Schlafsack
In günstigen Pilgerherbergen fehlt oft das Bettzeug. Hier brauchen Sie unbedingt einen Schlafsack. Gewicht: ca. 800 - 1000 g. Alternativ wird oft ein Deckenschlafsack gefordert.
Quellen:
Internetquellen, u.a. www.wikipedia.de.
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